Tagesklinik für kognitive Neurologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Neuropsychologie

Aufgaben der Neuropsychologie
Allgemeines Vorgehen (Diagnostik und störungsspezifische Therapien)
Vorbereitung der beruflichen Wiedereingliederung

Aufgaben der Neuropsychologie

Neuropsychologie beinhaltet die Diagnostik und Therapie von erworbenen kognitiven Beeinträchtigungen sowie Veränderungen im Erleben und Verhalten der Betroffenen. Folgende Leistungen können betroffen sein:

  • Aufmerksamkeit
    • Denk- und Reaktionsgeschwindigkeit
    • Konzentration
    • Belastbarkeit
  • Gedächtnisfunktionen
    • kurz- und längerfristiges Behalten von Neuinformationen
    • autobiografisches Erinnern
    • Abruf von Faktenwissen,
  • Exekutivfunktionen
    • Planen und Durchführen von Tätigkeiten (z.B. Haushalt und bei handwerklichen Arbeiten)
    • Umgang mit neuen und komplexen Anforderungen (z.B. Regelung behördlicher oder finanzieller Angelegenheiten)
  • Veränderungen im Verhalten
    • Antrieb (das Bilden von Handlungszielen und deren tatsächliche Umsetzung bzw. Initiierung).
    • erhöhte Reizbarkeit, verminderte Impulskontrolle
  • Veränderungen im Emotionalen Erleben
    • Depression
    • Angsterkrankung
  • Psychosomatische Beschwerden
    • Kopfschmerzen
    • Schlafstörungen
  • Begleitung der Angehörigen
    • Aufklärung über Folgen der Erkrankung
    • Anleitung im Umgang mit schwierigen Alltagssituationen

Allgemeines Vorgehen

Diagnostik

Das Ziel der Diagnostik besteht in einer breiten Erfassung kognitiver Leistungen, die nicht nur die aus der Hirnschädigung resultierenden Einbußen, sondern auch die verbliebenen Leistungsressourcen abbilden soll.

  • Standarddiagnostik
    • ausführliches klinischen Interview mit dem Patienten
    • Erhebung einer Fremdeinschätzung durch die Angehörigen
    • Auswahl an Testverfahren, die den Leitlinien der Gesellschaft für Neurospychologie entsprechen.
  • Störungsspezifische Diagnostik
    • Gezielte Untersuchung umschriebener Teilleistungen

Therapie

Vor dem Hintergrund der Alltagsrelevanz der Testergebnisse wird in Abstimmung mit dem Patienten und seinen Angehörigen ein Therapieplan erstellt, dessen übergeordnetes Ziel die Verringerung von Handicaps im Alltag ist. Die eingesetzten Verfahren werden dabei kontinuierlich nach dem neuesten Stand der Wissenschaft ausgewählt. In der Therapie werden so gut es geht alltagsrelevante Materialien eingesetzt, die geeignet sind, den Transfer in das individuelle Lebensumfeld anzubahnen. Hierzu dient auch eine enge Kooperation mit anderen Therapiebereichen Funktionstherapie: Umschriebene Teilleistungen werden gezielt und intensiv beübt.

  • Kompensationstherapie: Entwicklung und üben von Umgangsstrategien, um die Auswirkungen von Leistungseinbußen im Alltag zu reduzieren.
  • Integrative Verfahren: Begleitung bei der Krankheitsbewältigung, Behandlung psychischer Auswirkungen der Erkrankung einschließlich Angehörigenberatung.

Ständige Therapieangebote

  • Neuropsychologische Einzeltherapie
  • PC-gestützte Funktionstherapie
  • Aufmerksamkeitsgruppe
  • Gedächtnisgruppe
  • Problemlösegruppe
  • Entspannungsgruppe (Progressive Muskelrelaxation)
  • Berufsgruppe

Vorbereitung der beruflichen Wiedereingliederung


Die Wiederaufnahme der Berufsausbildung oder Berufstätigkeit stellt für eine Vielzahl von Patienten ein wesentliches Behandlungsziel dar. Um die Chancen einer stufenweisen beruflichen Wiedereingliederung einschätzen und fördern zu können, wird die Therapie berufsrelevanter Fähigkeiten und Fertigkeiten durch eine Belastungserprobung in realen Arbeitssituationen (sog. "Alltagspraktische Diagnostik und Therapie" APDT) ergänzt. Die APDT ist im Zusammenhang mit Kranken- und Krankenhausbehandlungen gesetzlich festgelegt (SGB V § 27, 39) und wird im Idealfall beim bisherigen Arbeitgeber des Patienten durchgeführt. In Fällen, in denen dies nicht möglich ist, stehen kooperierende Einrichtungen und Betriebe zur Verfügung, in denen die Belastungsfähigkeit getestet und trainiert werden kann. Dauer, Umfang und inhaltliche Aspekte werden jeweils individuell zwischen Patienten, Praxisgeber und Therapeuten der Tagesklinik abgestimmt; der Verlauf wird engmaschig supervidiert und therapiegestützt begleitet.
 
Letzte Änderung: 15.04.2015, 16:30 Uhr
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