Tagesklinik für kognitive Neurologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Psychoakustik

Arbeitsgebiete

Die Arbeitsgruppe Psychoakustik beschäftigt sich mit der Diagnostik auditorischer Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen nach erworbenen Hirnschädigungen.

Während für die peripheren Hörstörungen die Ursache der Beeinträchtigung im Einzelfall diagnostisch sehr präzise eingeengt werden kann, ist dies für zentral-auditorische Defizite derzeit nicht möglich. Zusammenfassend wird oft von retrocochleären Störungen gesprochen, ohne dass die Ursachen für die Beeinträchtigungen bestimmt werden oder dass zwischen verschiedenartigen Beeinträchtigungen der auditorischen Signalverarbeitung unterschieden wird. Die Erkennung und Differenzierung verschiedener zentraler Hörstörungen ist aber unverzichtbar für erfolgversprechende Therapieansätze, die eine Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten von Betroffenen effektiv unterstützen.

Arbeitsschwerpunkte

Diagnostik einer zentralen Hörstörung:
  • Lateralisations-/ Lokalisationsdefizite
  • auditorische Extinktion
  • Defizite bei der Differenzierung akustischer Signale
  • Defizite bei der Verarbeitung zeitgebundener Informationen
  • Störung der Geräuscherkennung
Therapie einer zentralen Hörstörung (experimentell):
  • Untersuchung des spontanen Rückbildungspotentials
  • Aufbau eines Trainings zur Unterstützung der Rückbildung.

Allgemeines Vorgehen

Am Anfang erfolgt zunächst eine Bestimmung der Hörempfindlichkeit über den gesamten menschlichen Hörbereich. Nach der Untersuchung des peripheren Hörvermögens werden die Lateralisationsfähigkeit von Schallquellen und das Differenzierungsvermögen für akustische Signale im Detail untersucht. Je nach Krankheitsbild können Untersuchungen der zeitgebundenen Informationsverarbeitung, der auditorischen Extinktion und der Geräuscherkennung angeschlossen werden.

Eine Verbesserung der Kapazität des zentral-auditorischen Systems durch ein gezieltes Training wurde von verschiedenen Arbeitsgruppen demonstriert. Diese Untersuchungen weisen darauf hin, dass durch intensives Üben Verbesserungen der zeitlichen und der spektralen Diskriminationsfähigkeit herbeigeführt werden können. Die Möglichkeit einer Verbesserung und Verschärfung der Verarbeitung akustischer Parameter in Abhängigkeit von intensiven Verhaltenstraining wurde von uns bereits mit einigen Patienten erfolgreich umgesetzt. Das bestehende Therapiekonzept soll in naher Zukunft weiter ausgebaut und verfeinert werden.

 
Letzte Änderung: 07.07.2009, 16:13 Uhr
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