Tagesklinik für kognitive Neurologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Sprachtherapie

Arbeitsgebiete

Die Arbeitsgruppe Sprachtherapie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Therapie von erworbenen Sprach-, Sprech- und Kommunikationsstörungen.

Zentrale Sprachstörungen bei Erwachsenen werden Aphasien genannt. Durch eine Aphasie ist sowohl die mündliche Sprachproduktion als auch das Verstehen von Wörtern, Sätzen und Texten betroffen. Meistens sind vergleichbare Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben vorhanden.

Sprechstörungen betreffen dagegen die motorischen Fähigkeiten der Artikulation, der Stimmgebung und der Atmung. Bei diesen sogenannten Dysarthrien sind die am Sprechen beteiligten Organe gelähmt oder in ihrer Funktion stark eingeschränkt.

Nicht-aphasische Kommunikationsstörungen, die vorrangig im Zusammenhang mit Schädel-Hirn Traumen auftreten, gehen häufig ohne eine gravierende Sprachstörung einher. Sie können sich zum Beispiel darin äußern, dass entweder ein übermäßig gesteigerter oder ein auffällig reduzierter Mitteilungsdrang besteht, oder dass die Auswahl der Themen und Informationen für die Gesprächspartner nur schwer nachvollziehbar ist.

Ein weiteres Aufgabenfeld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, betrifft regelmäßige Verlaufsuntersuchungen bei Verdacht auf neurodegenerative Erkrankungen einschließlich der Aufklärung und Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen.

Arbeitsschwerpunkte

Für die Therapie und Forschung im Arbeitskreis Sprachtherapie haben sich zwei Schwerpunkte herausgebildet, die für uns einen besonders hohen Stellenwert besitzen: Zum einen beschäftigen wir uns intensiv mit Semantik.Semantische Prozesse spielen eine zentrale Rolle bei Sprach- und Kommunikationsstörungen und befähigen dazu, schnell und sicher die Bedeutung von Wörtern und Wortverbindungen zu erfassen und zu aktivieren. Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt betrifft die Textverarbeitung.Hier geht es darum, längere Äußerungen möglichst ökonomisch und sicher zu verstehen und zu produzieren.

Allgemeines Vorgehen

Generell wird zunächst eine differenzierte Standarddiagnostik durchgeführt, die bei Bedarf um spezifische, hypothesengeleitete Untersuchungen erweitert wird. Die dafür verwendeten Verfahren werden zum Teil gemeinsam mit dem Max Planck Institut für Neuropsychologische Forschung entwickelt und durchgeführt. Das Ziel der Diagnostik besteht darin, die funktionale Störungsursache und ihre Auswirkungen auf den kommunikativen Alltag zu beschreiben. Aus diesen Einschätzungen resultiert dann das Therapiekonzept, welches entweder störungsspezifisch an einer beeinträchtigten sprachlichen Teilleistung angreift oder kompensatorisch in Form der Erarbeitung sprachlicher oder nichtsprachlicher Ersatzstrategien vollzogen wird. Unser therapeutisches Angebot beinhaltet neben einem sehr intensiven Einzeltherapieprogramm verschiedene Gruppentherapien. Zumeist versuchen wir von Beginn an, eine störungsspezifische Therapie mit einem alltagsorientierten Kommunikationstraining zu verknüpfen.

 
Letzte Änderung: 07.07.2009, 16:04 Uhr
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